Das Feldataler Mühlenfest,

 

das kultige Mühlenfest ohne Mühle, wiederholte sich am 1. Juli 2007 zum 9. Mal –

Stumpertenrod feierte das 10. Mühlenfest in Folge

 

Der viel zitierte „Wettergott“ hatte ein Einsehen und knipste nach einer Reihe von Regentagen an diesem Tag die Sonne an.

Charakteristisch für das Fest waren u.a. die Aussteller, diesmal etwa neunzig, die ihr Kunsthandwerk zeigten, eine große Auswahl an selbst Hergestelltem, althergebrachten und originellen Handwerksarbeiten. Das kulinarische Angebot war wiederum gefächert: Eine gelungene Kombination von Fleischlosem, Einheimischem und internationalen Speisen. Tage zuvor schon wurde im Backhaus Brot gebacken, die Haxen gleich hinterher geschoben, wurden in Handarbeit die Vorbereitungen getroffen für den ebenfalls traditionellen Salzekuchen am Fest-Tag.

Schon früh an diesem Tage fanden sich Besucher an den Tischen der Tombola ein. Durch den Kauf der Lose trugen sie neben wertvollen Gewinnen die Gewissheit davon, dem Verein „Kinderherzen heilen e.V.“ durch ihren Loskauf geholfen und Engpässe in der Kinder-Herz-Chirurgie Gießen finanziell mit gemindert zu haben. Sehr eindrucksvoll empfand man die Bemühungen gesunder Menschen sich mit einem Rollstuhl auf einem Hindernis-Parcours fort zu bewegen – ein Unterfangen mit Tücken, wie sich heraus stellte. Eine bemerkenswerte Idee der Gebr. Grimm-Schule in Alsfeld.

Um 13 Uhr kamen die Kindergarten-Kinder und bezogen ihr afrikanisches Dorf. Ein wildes Getrommel setzte ein, fremdartige Weisen wurden gesungen. Was so heiter und spielerisch dargeboten anmutete, war wieder einmal die Idee der Kindergarten-Damen – und der Kinder selber.

 

In den Scheunen und Remisen konnte man Aquarelle bewundern, Öl-Gemälde und solche in Acryl. Die Motive reichten von der bäuerlichen Welt bis hin zur Moderne.

Auch diesmal fanden die kulturellen Begleitprogramme Anklang. So gab es zwei Buch-Neuvorstellungen, untermalt durch die jeweiligen Lesungen der Autoren im Pferdestall des Korchertshofes.

„Ei, du liebe Zeit, man möchte sich direkt verflüssigen bei all dem, was es zu sehen gibt“, meinte eine Besucherin und schob ihre bessere Hälfte Richtung Kirche, wo die „8 Ohren“, vier Damen und Gast-Musiker, im Rahmen des „Mittelhessischen Kultursommers“ auf verschiedenen Ebenen der Kirche zu Stumpertenrod Zukunftsmusik nach Themen des finnischen Philosophen Juhanni Palassma fantasievoll in Musik umgesetzt hatten.

Wir trafen die „8 Ohren“ später noch einmal auf der Straße. Kaum einer konnte ihrer Musik entkommen, kein Zuhörer bei diesen dynamisch dargebrachten Klängen still stehen. Der herzliche Applaus verschaffte uns noch zwei Zugaben.

Viele unserer Gäste hatten sich auch immer wieder um die Musik-Gruppe „Querbänx“ versammelt um ihrer schmissigen, mitreißenden Musik in verschiedenen Sprachen, mal instrumental in interessanter Zusammensetzung, mal a capella zu lauschen.

Näherte man sich der Kulturscheune auf dem Korchertshof dem „Lesesaal“, dem Pferdestall, so traf man linker Hand auf den „11 Uhr-Verlag“ mit seinem kompletten Verlagsprogramm in Vorbereitung neuer Editionen und rechter Hand auf riesige Mengen bereits gelesener Bücher, die nun kiloweise an neu Interessierte verkauft wurden.

In der Kulturscheune gab es antiquarische und eine große Auswahl an neuen Büchern, auch von bulgarischen Autoren, sowie Kleinodien aus vergangener Zeit: Nippes, Schmuck, Hut- und Krawattennadeln sowie Posamenterie aus der Zeit der Kleiderbesatzwaren-Handlungen.

Nebenan, vorbei an Schmuck, Leinen- und Porzellanständen, tauchten wir ein in den Beitrag der „Sperrmüllpiloten“. Diesmal mit dem Thema „Felda-Delta“, der viel fotografierten Installation eines imaginären Flusses, gestaltet aus Lampen- und anderen „Körpern“ und allen Arten von Mühlen am Ufer. Ließ man die Beine „ins Wasser“ hängen, so  konnte man das Plätschern hören – mal laut, mal leise!

Am frühen Nachmittag waren so viele Besucher „noffzu`s“ und „rappzu`s“ unterwegs, dass man beinahe in all diesem heiteren Geschiebe „Jocus“ übersehen hätte, den lustigen Clown auf dem Einrad. Irgendwann war er abgestiegen, hatte  viele Kinder um sich versammelt um mit ihnen in einer schattigen Kurve zu spielen und zu lachen.

Mit dabei – aus dem Dunkel der Nacht in die Lichterflut des Tages - die „Sternenwelt Vogelsberg“. Sternenklar, aber stockduster – so muss es sein, wenn man den Himmel beobachten will. Beste Bedingungen, beste Sicht  in Stumpertenrod durch die Höhe, die reine Luft für die Sternenwarte auf dem Vulkan. Viele Fragen der Besucher konnten beantwortet werden

 

Am späten Nachmittag, das Wetter hatte doch wahrhaftig „gehalten“, hatten viele Besucher ihr Plätzchen an den für sie bereit gestellten Tischen zum Ausruhen gefunden.

In diesem Jahr begrüßten wir BULGAREIEN, das neue EU-Mitglied, das Land

des Weines und der Rosen.

Während zwei bulgarische Musiker folkloristische Weisen spielten, las Frau von Kölichen, Stumpertenrod, den 3. Lese-Beitrag des Tages: ... und ein Heidukenlied singt der Balkan“ – von Helden und Rosenölhändlern. Sie gab den Zuhörern einen kleinen Beitrag zur bulgarischen Literatur. – Beim Kosten der vorzüglichen bulgarischen Weine und Speisen erfuhren wir im Gespräch, was wir schon wussten: Vorbei ist die Zeit der Krummsäbel schwingenden Bergvölker des Balkans. Bulgarien verfügt heute über ca. 40 Universitäten, Akademien und Hochschulen. Sehr ausgeprägt die Tradition der Weinherstellung und der Landwirtschaft, sowie die bereits vor 100 Jahren angelaufene Forschung von ätherischen Ölen für medizinische Zwecke auf riesigen Versuchsfeldern. Bulgarien befasst sich ebenfalls mit Entwicklungen auf dem Gebiet der Agrotechnik.

Wir freuen uns, Bulgarien, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben!

 

Übrigens: Haben Sie, habt Ihr das Logo des Mühlenfestes an den Ständen entdeckt? Nein? Schade, denn für das Aufspüren gab es als 1. Preis: Eine lustige Kutschfahrt durchs Land, 2. Preis: Ein original Acryl-Gemälde einer hiesigen Malerin mit dem Titel: Das Hochmoor (Vogelsberg) und 3. Einige schlaue Bücher ...

 

Wir danken an dieser Stelle allen Sponsoren, welche unsere Werbung, unsere Informationen in den Medien möglich machten, allen Ausstellern, dass sie gekommen sind und allen Besuchern, die uns seit Jahren die Treue halten, oder uns neu entdeckt haben,

uns Mühlenfelder

 

ohne Mühle, jedoch mit traumhaft schöner Umgebung, mit malerisch gelegenen Teichen – und alten Mühlrädern. Bergauf, bergab gibt es alte Kirchen, Romantik, Natur, Idylle. –

Wir sehen uns wieder

am 6. Juli 2008, 11 Uhr